Sommerausfahrt 2019

Bei britischem Sommerwetter war Treffpunkt im Lengbachhof Frühstück gab‘s für alle, die wollten, und vor der Abfahrt das erste Gruppenfoto. Dann, pünktlich um 9 Uhr 40 Abfahrt, los ging‘s hinter Brigitte und Michael, dem OrgTeam, durch herrliche Hügellandschaft mit schönen Ausblicken bei nachlassendem Regen, sogar einige Sonnenfenster tun sich auf. Über das Hochgschaid und kleinste, romantische Straßen geht es nach Traisen, dort muss Bernhard noch vor Lilienfeld Mitgliedsbeitrag an die Gesetzeshüter entrichten. Weiter nach Süden wird es bergiger, die Ausblicke spektakulärer, so kommen wir nach Annaberg, von da an genießen wir immer wieder den Blick auf den noch schneebedeckten Ötscher.

Vor dem Erreichen des ersten Etappenzieles beginnt es wieder zu tröpfeln, daher nehmen wir das Mittagessen nahe der Talstation Gemeindealpe im Lokal ein. Alles klappt bestens, pünktlich um 13 Uhr geht es flott und satt weiter, am Erlaufsee, der trotz der Wetterkapriolen gut besucht ist, entlang, und dann, ganz einsam, auf romantischer Strecke manchmal rechts, manchmal links eines Baches, dann Flüsschens, nach Lunz am See. Durch den mittelalterlichen Ort, der seltsam verschlafen wirkt, die Ybbs ein Stück entlang, dann auf pittoresker kleiner Straße, die Flussschleife abkürzend, nach Opponitz. Von dort nach Weyer zur Katzensteinmühle, dem Ziel der zweiten Etappe, wo Hermine und Gerhard zu uns stoßen, damit ist die Gruppe mit 12 Teams, die dem OrgTeam folgen, komplett.

Wir bekommen, geteilt in drei Gruppen, in knapp zwei Stunden Einblicke in die Technologie der Sägen und der Mühlen und in die Geschichte der Mühlen liebevoll vermittelt. Um 16 Uhr 20 geht es flussabwärts mit Tankstopp in Großraming bis Losenstein, wo wir die Enns rechts liegen lassen. Das bis dahin enge Tal weitet sich, die gebirgige Landschaft wird hügeliger und lieblicher. Über kleinste Straßen geht es nach Grünburg, Ausblicke nach Westen und Süden sind ergreifend, denn ein wundervolles Bergpanorama vom Großen Priel im Süden bis zum Traunstein im Westen, alle mit den Gipfeln in den Wolken, schließen die Landschaft ab. Wieder auf kleinsten, schlängelnden, verkehrsarmen Straßen fahren wir über Molln durch die Ramsau, hart am Sengsengebirge vorbei, wieder mit wunderbaren Ausblicken.

Durch Hinterstoder geht es direkt zum Schiederweiher, wo wir nach kurzem Spaziergang „Österreichs schönsten Platz“, geprägt durch den Großen Priel, bestaunen; dann geht es ins Hotel Stoderhof, wo wir bestens untergebracht sind und ein 4‑gängiges Abendessen in netter Gesellschaft genießen. Familie Krainhöfner gibt unter Beifall ihre Absicht bekannt, Mitglied im Klub zu werden, die beiden Jüngsten, Leo und Max, haben sich bereits als Herzensbrecher erwiesen.

Am Sonntag, nach üppigem Frühstück, wird pünktlich gestartet, die Drop Head Coupé Fahrer erweisen sich als Optimisten und fahren offen, leider nicht lange, denn schon in Windischgarsten werden die Verdecke geschlossen und es geht in die Berge, über den Hengstpass auf 987 Meter Seehöhe, den Nationalpark Kalkalpen zu beiden Seiten, einsam und unbeschreiblich schön, romantisch und wild; die Hänge nahezu senkrecht, die Spitzen wolkenverhangen. So kommen wir zurück ins Ennstal, über Altenmarkt nach Weyer, von wo es über allerkleinste Straßen, teils einspurig, durch regengrüne Matten und Blumenwiesen bei anfangs leichtem, später stärkerem Regen Richtung Waidhofen geht. Kühe und Schafe liegen eng gedrängt an den jeweils trockensten Stellen der Weide, friedlich wiederkäuend beisammen, für uns geht es zum Mittagessen zum Schlosswirt. Parkplätze werden in der wirklich pittoresken Stadt nach kurzem Suchen bei nachlassendem Regen gefunden, der Schlosswirt bietet behäbiges, gemütliches Ambiente, beste Küche und gut organisierten Service.

So machen wir uns, schon wieder pünktlich, um halb Zwei satt und zufrieden zur kurzen Fahrt zum Schaukraftwerk Schwellöd auf, wo wir zuerst das beeindruckende stillgelegte, in den 1920‑er Jahren gebaute alte Kraftwerk besuchen, das nun als Museum dient und anschließend durch das aktive Nachfolgewerk geführt werden. Wir bestaunen Kaplan‑ und Francisturbinen, Generatoren und Schalttafeln. Dann geht es weiter, über Ybbsitz und wieder kleine Straßen nach Traisen und weiter zum Café Zeitweis in St. Veit an der Gölsen. Dort hat die Chefin, trotz aller Ankündigungen, nur einen einsamen Mitarbeiter, als kombinierten Kellner/Cafetier/Eismixer eingeteilt, der versucht, 25 Bestellungen, hauptsächlich Eisbecher, abzuarbeiten, was seine Zeit brauchte.

Hier verabschieden sich viele vom tollen OrgTeam, der harte Kern zieht noch zum „Odysseus zum grünen Baum“ und lässt die Ausfahrt im Gedenken an Gerhard ausklingen.

Unser Resümee: Eine von Michael und Brigitte hervorragend recherchierte, ausgesuchte und organisierte Ausfahrt, bei der der Mix von landschaftlicher Schönheit, wunderbarer Streckenführung mit genau passenden Kurven, Steigungen und Gefällen und schließlich die Einsamkeit kaum zu überbieten sein wird. Das Roadbook mit seiner „ROT“ geschriebenen Kilometrierung, die auf Verirrpunkte oder Gefahren hinweist, hat Ulli als überaus praktisch empfunden. Aus den Gesprächen während der Pausen und den Mahlzeiten war bald klar, dass alle Teilnehmer die Ausfahrt genossen und mehr als zufrieden waren, dazu waren alle äußerst diszipliniert, wie man schon an den pünktlichen Abfahrten erkennen kann.

Wir danken allen für nette und interessante Gespräche, besonders natürlich Brigitte und Michael für ihre Arbeit, die dieses schöne Wochenende ermöglicht hat.

Text: Ulli und Werner B.

Fotos: JDOST

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