Am Samstag, 21.03.2026 fand wieder ein Technik-Workshop zum Thema „Fahrzeugservice – und Wartung“ bei unserem Partner und Sponsor, der Histo–Tech GmbH von Markus Gräf in Neunkirchen statt.

Bei der stattgefundenen JDOST Mitgliederbefragung wurde von vielen Mitgliedern ein Technik-Workshop zu allgemeinen Service- und Wartungsarbeiten angeregt, das nun bei Markus Gräf stattfand.

Markus informierte zum Thema Motoröl über Wintertauglichkeit und Hochtemperaturviskosität, den Einsatz von Mehrbereichsölen und einem schon grundsätzlich kritischen Kaltstart eines Motors und dessen Verschleißfolgen. Oldtimer und auch andere Kraftfahrzeuge, die im Winter nicht bewegt werden, sollten grundsätzlich mit dem laut Herstellerangaben zulässigen zähestmöglichen Öl gefahren werden, um Verschleiß im Motor so gering als möglich zu halten. Für Oldtimer wird als Standardöl das Mehrbereichsöle 20W-50 empfohlen. Um nach langen Motorstandzeiten die Lager von Kurbelwelle und Pleuel nicht sofort dem Belastungsdruck der Verbrennung im Zylinder auszusetzen, kann man Zündkabel abstecken und durch ein kurzes Starten eine homogene Verteilung des Ölfilms in den wichtigen Lagerbereichen gewährleisten.

Es wurde auch die Wirkungsweise von mittlerweile komplexen Ölfiltern erklärt, insbesondere sollte man keine Billigfilter verwenden, weil durch die Ablösung von Filtervliespartikeln gravierende Schäden zum Beispiel in Turboladern oder anderen Motorteilen verursacht werden können. Es wurden auch wertvolle Tipps zur Wartung von Bremsen, insbesondere Scheibenbremsen und der dabei zu verwendenden Bremsflüssigkeit gegeben. Diese sollte nach Möglichkeit in Metallgebinden aufbewahrt werden, da durch Kunststoffkanister auch Luftfeuchtigkeit in das Gebinde diffundieren kann und neue Bremsflüssigkeit (die hygroskopisch ist -> Stoffe, die aktiv Wasser anziehen und binden) schon im Gebinde altern kann. Bei Scheibenbremsen ist die Verwendung von Kupferpaste für die Schmierung der Gleitführungen der Bremsbeläge nicht mehr zulässig, weil Kupferpaste zwischen dem Bremshubkolben und dem Nehmerzylinder Korrosion verursachen kann. Stattdessen gibt es einen Dauerschmierstoff von Plastilube und eine Hochtemperatur Multimontagepaste der Firma PETEC. Es wurden die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten unterschiedlicher Kühlflüssigkeiten mit den Farben grün, orange/rot und gelb/blau erklärt und darauf hingewiesen, dass diese miteinander nicht gemischt werden dürfen, weil das zu Schlammbildung und anderen chemischen Reaktionen führen kann. Es gibt vom Hersteller Prestone ein Kühlmittel, das universell für alle Fahrzeuge, Marken, Modelle und Baujahre eingesetzt werden und mit den im Kühlsystem vorhandenen Kühlflüssigkeit, egal welcher Farbe und Zusammensetzung, gemischt werden kann. Dieses Kühlmittel ist in Österreich im Autozubehörhandel und bei Baumärkten verfügbar.

Das Technik-Workshop wurde durch die Beantwortung unzähliger Fragen durch Markus Gräf abgerundet. Auch wenn man als Oldtimerfahrer zu vielen Themen Kenntnisse hat, gibt es immer wissenswerte, interessante Informationen, die man kennen sollte und in der Praxis leicht anwenden kann. Die von Markus Gräf gegeben Tipps sind ohnedies unverzichtbar.

Die 20 begeisterten Teilnehmer wurden mit Kaffee, Plundergebäck und ausgezeichneten belegten Brötchen versorgt und freuen sich schon auf das nächste Technik-Workshop mit und bei Markus Gräf.

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